11.07.2009 13:46 Uhr, geschrieben von Il Signore!
Bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurden die
Herrenschuhe ausschließlich durch das Vernähen der Einzelteile hergestellt. Erst durch die Erfindung des Italieners Dr. Rampichini um 1910 war es möglich die verschiedenen Lederteile eines
Herrenschuhs mittels Klebers zu verbinden. Der Begriff
AGO steht für
Another Great Opportunity und beschreibt die Klebemachart von
Herrenschuhen. Diese Erfindung läutete bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts den Niedergang der genähten Schuhe ein. Die ersten Klebstoffe erlaubten noch keine flexiblen Verbindungen, aber ab 1950 verdrängte diese geklebte Machart den genähten
Herrenschuh weitgehend. Der Fertigungsaufwand von geklebten
Herrenschuhen ist wesentlich geringer und daher können die Schuhe günstiger verkauft werden. Ein Nachteil von geklebten Schuhen besteht in der kürzeren Lebensdauer und dass die Feuchtigkeit durch die Klebstoffschichten nicht nach außen gelangen kann (Saunaeffekt). Heute ist die Masse der verkauften
Herrenschuhe in der billigen, geklebten Machart gefertigt.